Son-Icons, visual music

Son Icons  

1. Musik berühren

Die Klangimaginationen zeichne ich mit beiden Händen auf. Durch die visuell- körperliche Spur des Zeichnens berühre ich die Musik. Oft verwende ich dabei mehrere Graphitstifte gleichzeitig, folge dem musikalischen Ur-Impuls - der musikalischen Geste - und setze diese zeichnerisch um. Dabei entstehen mehrstimmig gezeichnete, oder bisweilen gar orchestrale Strukturen. Die Son-Icons werden wiederum visueller Stimulus für Improvisationen und Kompositionen.

     
Die auf halbtransparentem Papier gezeichneten Son-Icons können gedreht, gespiegelt, vor- und rückwärts gelesen werden oder auch in Krebs und Krebsumkehrung. Hier liegt der historische Verweis zu J. S. Bach nahe.
 
Originaltonreihe   Umkehrung   Krebs
Orginaltonreihe   Umkehrung   Krebs
 
Krebsumkehrung und viele andere Spielmöglichkeiten und Schichtungen
krebsumkehrung
Son Icon  

2. Mit musikalisch-visuellen Ideen spielen

Son-Icon umdrehen oder die Musik auch mal von unten anschauen – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Das musikalische Resultat wird jedoch immer von der inneren Stringenz oder dem sinnlichen Magnet der Formensprache der Son-Icons gehalten und geprägt.

     
Son Icon   3. Verbunden und eigenständig Die Son-Icons haben ihr Eigenleben und sind in sich stimmig.
Trotzdem können sie, ohne dem Wechselspiel mit Musik, in dieser Form nicht entstehen. Dasselbe gilt auch für die Musik. Nicht das unbedingte Vereinen von Zeichnung und Musik ist das Ziel, sondern das Erkennen visueller und akustischer Denkweisen und Qualitäten, die je andere Ideen und Welten hervorbringen. Dennoch gehen die beiden in gewissen Momenten eine intensive Symbiose ein.
     
Son Icon   4. Die Arbeit in der Natur oder an speziellen Orten ist prägend für die Entstehung von Musik und Son-Icons. Beide sind stark beeinflusst vom jeweiligen Entstehungsort. Qualitäten, wie z.B. dem Untergrund des Bodens, Windverhältnisse, Regen, Flut, Eis etc. beeinflussen Musik wie Son-Icons. Visuellen Spuren des Ortes werden auch in der Zeichnung manifest (z.B. Spuren eines Abriebes, von Wasser etc.). Diese Strukturen sind wieder prägend für die Musik.
     
Son Icon  

5. In den Zwischenräumen der Medien eröffnen sich neue Denk und Schaffensräume – hier liegt grosses Erneuerungspotential.

Das Auge entscheidet oft anders als das Ohr. Dort wo die Seh- und Hörneigungen andere Resultate und Fragen aufwerfen, wird der Medienwechsel besonders stark zum Ideenkatalysator. Gerade die leichten Inkongruenzen der beiden Medien führen auf unvorhersehbare und oft überraschende und stimmige Art weiter. Der wechselseitige Prozess zwischen Kom-position, Improvisation und Son-Icons ist hier kein linearer Vorgang, sondern eine stammbaumartige oder fraktale Entwicklung.

     
Info Son-Icons (pdf)